Unangepasst. Selbstbewusst. Echt.
Für alle, die keine Lust haben, brav in der Reihe zu laufen – sondern ihren eigenen Ausdruck finden.
Seit ich mit Ton arbeite, geht es mir nicht um Perfektion oder Masse, sondern um Charakter. Jedes Stück entsteht in seinem eigenen Tempo – mit Ecken, Kanten und genau der Freiheit, die es braucht, um wirklich echt zu sein.
Ein Teil meiner persönlichen Handschrift zeigt sich in der Scraffito – Technik:
Durch das feine Einschneiden in den Ton entstehen lebendige Strukturen, die Jedes Stück zu einem Unikat machen – spürbar, sichtbar und alles andere als glatt.
- Auf Grund eurer vielen Nachfrage, folgen nun ein paar Worte zu den letzten Jahren -
Es gibt Zeiten im Leben die uns leise formen – und andere die uns auf eine
harte Probe stellen.
Die vergangenen Jahre gehörten für mich zu Letzterem.
Ich habe in einer Beziehung gelebt, die nach Außen hin vielleicht stimmig wirkte, sich im Inneren jedoch immer mehr fremd anfühlte. Es war ein Miteinander, dass von Unklarheit geprägt war – von dem Gefühl, dass das was ich erlebe, nicht mit dem übereinstimmt, was nach außen hin sichtbar ist.
Warum teile ich das alles so offen mit Euch?
Weil genau diese Zeit ein Teil von mir ist. Weil sie mich geprägt hat – nicht nur als Mensch, sondern auch in meinem kreativen Schaffen. Und weil ich daran glaube das Echtheit verbindet. Das hinter jedem Werk eine Geschichte steht, die gesehen werden darf.
Was es mit mir gemacht hat:
Eine der wichtigsten Erkenntnisse für mich war ein sehr klarer Moment: Als es mir wirklich schlecht ging, als ich krank war und Unterstützung gebraucht hätte, wurde ich schlicht mir selbst überlassen. Ich fühlte mich nicht nur allein, sondern war es tatsächlich.
In dieser Erfahrung wurde mir bewusst, was ich mir für mein Leben wünsche – und was nicht. Welche Form von Miteinander sich für mich stimmig anfühlt und welche nicht.
Im Rückblick erkenne ich heute bestimmte Muster, die sich für mich über längere Zeit nicht gut angefühlt haben: das Gefühl, nicht wirklich gesehen zu werden oder gehört zu werden. Dass Gespräche sich oft einseitig anfühlen. Das eigene Bedürfnisse in den Hintergrund geraten. Das ich begonnen habe, mich selbst zurück zunehmen, um Konflikte zu vermeiden. Dieses schleichende Ungleichgewicht habe ich lange nicht klar benennen können – aber ich habe es gespürt.
Leider beschränkten sich diese Erfahrungen nicht nur auf diese eine Beziehung. Auch in anderen Begegnungen gab es Momente, in denen ich mich übergangen, ausgenutzt oder nicht ernst genommen gefühlt habe. Eine Erkenntnis die nicht leicht zu verdauen war – Mir aber geholfen hat, mich selbst besser zu verstehen und heute bewusster für mich einzustehen.
Als ich es geschafft hatte zu gehen:
Mit der Zeit habe ich gelernt, wieder genauer hinzusehen, wieder auf mein Bauchgefühl zu hören und vor allem: mich selbst wieder ernst zu nehmen. Dieser Prozess war geprägt von Selbstzweifeln, von Loslassen und von der ehrlichen Auseinandersetzung mit mir selbst, denn genau darin lag auch die größte Veränderung.
Heute stehe ich an einem ganz anderen Punkt. Ich habe mich Schritt für Schritt aus dieser Situation gelöst und mir mein eigenes Leben zurückerobert. Ein Leben was sich wieder leicht anfühlt. Echt. Klar. Und vor allem: gehört es wieder mir!
Diese Erfahrung hat nicht nur mich verändert, sondern auch meine Arbeit. Sie ist ehrlicher geworden, freier und mutiger. Alles was ich heute erschaffe, trägt ein Stück dieses Weges in sich – den Weg zurück zu mir selbst.
– Leitsatz zum Abschluss –
Ein Jeder von uns hat eine Stimme. Nutzt sie – um euch selbst zu schützen.
Denn die Wahrheit ist : Niemand wird es für euch tun – Das könnt nur ihr selbst.
Leinwand & Ich
Ich bin Künstlerin – aus Überzeugung und aus dem Herzen heraus. Mein Können habe ich mir über viele Stunden selbst erarbeitet. Ohne klassischen Kunsthochschulweg, aber mit einer tiefen, echten Leidenschaft für das, was ich tue.
Beim Malen finde ich den Ausdruck für das was in mir ist. Es ist mein Weg, Emotionen nach Außen zu bringen, sie sichtbar zu machen und ihnen Raum zu geben. Das ist etwas was ich so Intensiv nur mit der Malerei erlebe.
Unter jedem Meiner Bilder liegt eine Schicht aus Emotionen – Wut, Verzweiflung, Liebe, Angst, Neugier und noch vielen Anderen, die während des Prozesses mitgewachsen ist.
Ich wünsche mir, dass meine Werke genau das spürbar machen. Das sie nicht nur betrachtet, sondern gefühlt werden. Das sie den Betrachter ein Stück mitnehmen – vielleicht in eine eigene Erinnerung, vielleicht in einen ganz neuen Moment.
Keramik & Ich
Meine Reise mit Ton begann 2019.
Eigentlich war es nur ein erster Aufbaukurs bei Sabine Thies (gelernte Keramikerin). Ich wollte einfach ausprobieren, was sich aus einem Stück Erde formen lässt. Doch schon nach den ersten Minuten war ich völlig fasziniert. Zu erleben, wie aus einem unscheinbaren Klumpen Ton durch die eigenen Hände etwas entsteht, hatte für mich etwas Magisches.
Mit ihrer wunderbar ruhigen und geduldigen Art begleitete mich Sabine durch meine ersten Schritte. Danach folgten viele weitere Kurse an der Drehscheibe bei unterschiedlichen Keramikerinnen und Keramikern, von denen ich unglaublich viel lerne durfte.
Nie hätte ich gedacht, dass dieser erste Kurs einmal der Anfang einer Reise werden würde, die mein Leben so verändern sollte.
Als 2024 und 2025 eine lange Krankheitsphase mein Leben komplett auf den Kopf stellte, kaufte ich mir kurzerhand eine eigene Drehscheibe. Ich verbrachte Tage um Tage, Wochen um Wochen in meinem Atelier. Ich übte, scheiterte, begann wieder von vorne und lernte mit jedem einzelnen Stück dazu.
Das Töpfern wurde für mich mehr als das, was viele wohl einfach ein Hobby nennen würden.
Es wurde meine wichtigste Stütze. Mein Anker.
Als um mich herum vieles zu verschwimmen schien, gab mir die Arbeit mit Ton Halt. Sie schenkte mir Struktur, Ruhe und einen Ort, an dem ich einfach sein konnte. Einen Ort, an dem ich wieder bei mir selbst ankommen durfte.
Es gibt eine Frage, die mir mittlerweile seit Jahren immer wieder gestellt wird:
„Wo haben Sie eigentlich Ihre Ausbildung zur Keramikerin gemacht?“
Jedes Mal muss ich darüber lächeln. Denn genau diese Frage ist für mich eines der größten Komplimente, die man mir machen kann. Sie zeigt mir, dass meine Arbeiten die handwerkliche Qualität ausstrahlen, die viele mit einer klassischen Ausbildung verbinden.
Die Antwort überrascht allerdings die meisten:
Ich habe nie eine Ausbildung zur Keramikerin gemacht. Ich bin Autodidaktin.
Wenn mich etwas begeistert, möchte ich verstehen, wie es funktioniert. Ich beobachte, probiere aus und übe so lange, bis aus einer Idee etwas Eigenes entsteht. So sind über die Jahre Hunderte Stunden an der Drehscheibe, beim Schnitzen, Experimentieren und Lernen zusammengekommen.
Jedes misslungene Stück, jede neue Technik und jede Herausforderung haben mich ein Stück weitergebracht – und genau deshalb steckt heute in jedem einzelnen Werk nicht nur handwerkliches Können, sondern auch ein Teil meiner eigenen Geschichte.
Keramik ist für mich weniger laut als die Malerei. Sie ist ruhiger, strukturierter – man könnte fast sagen medidativ.
Ich denke genau das macht sie zu einem wichtigen Gegenpol in meinem kreativen Schaffen.